Innerhalb eines Monats kann viel passieren. Man kann gefeuert werden, die Liebe seines Lebens heiraten, so krank werden, dass es Todesangst bedeutet, in eine Lebenskrise stürzen, langersehnte Ziele erreichen, über den eigenen Schatten springen, in einen völlig neuen Job stolpern, den Weg zu einem heimlich gehegten Lebenstraum einschlagen, ein völlig neues Kapitel beginnen, vor Angst wie gelähmt sein und schier endlose Tage der Langeweile verbringen. Und trotz dieses völlig unfassbaren Monats voller schwindelerregender Höhen und niederschmetternder Tiefen hatte ich während dieses letzten Monats immer wieder das Gefühl festzustecken. Am falschen Ort zu sein. Hinter allen anderen hinterherzuhinken. Wie kann das sein? Was ist nur los mit unserer Generationen voller glücklicher Bilder trauriger Menschen, die in mir das Gefühl auslösen immer irgendetwas falsch zu machen. Wieso haben andere so viel mehr Erfolg als ich? Wieso wissen alle, wer sie sind und was sie sein wollen, nur ich hab keine Ahnung? Und wieso, verdammt noch mal, schaffe ich es nicht, mir nicht tausend Gedanken zu machen und einfach mal eine Woche am Stück glücklich zu sein? Ist das denn wirklich zu viel verlangt? Eigentlich könnte es so einfach sein: Durchatmen, innehalten, nach vorn statt zur Seite schauen. Aber doch geht mein Blick immer wieder nach rechts und links, unbedingt will ich wissen, was die anderen machen, nur um mich im nächsten Moment mit Zweifeln zu quälen. Ist das, was ich da mache wirklich gut genug, wenn es keiner sieht? Und doch, ob ich will oder nicht, bleibt doch alles beim Alten: Ich kann nicht raus aus meiner Haut, kann nicht über Nacht jemand anders werden. Und muss doch jeden Tag wieder das Beste aus dem machen, was mir gegeben wurde und statt zur Seite lieber zurück schauen auf diesen letzten Monat und ein ganzes Leben voller Höhen und Tiefen:
Schau nur, wie weit du gekommen bist.




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