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Der Abschied war kurz und traurig.

Im Flughafen vor einem geschlossenen Schalter, neben der meterlangen Schlange vor der Sicherheitskontrolle, durch die ich jetzt auch gehen muss. Es fühlt sich so unwirklich an. Das sind keine 12 Wochen, das ist nur für ein Wochenende. Höchstens eine einzige Woche. Länger nicht.

Die  Tage zuvor waren so schnell vergangen. So viel zu tun: packen, organisieren und nebenbei noch eine Überraschungsgeburtstagsfeier mit 30 Gästen für Christian, zwei Tage vor der Abreise.

Und dann kam schon der letzte Abend, und die Abreise wurde unausweichlich.

Sobald ich in Frankreich angekommen war, bin ich verstummt. Ich komme mir vor wie ein Fisch auf dem Trockenen. Ich kann vielleicht 50 französische Worte, wenn es hochkommt und die meisten davon lassen sich nicht zu einem besonders aussagekräftigen Satz zusammenfassen.

Aber ich bin ja hier, um die Sprache zu lernen. Ich gehe in die Schule, damit ich jemanden habe, der mir die Worte und insbesondere die Regeln verständlich beibringen kann.

Als ich dann aber in der Schule saß: Überraschung! Der Kurs ist auf französisch. Komplett. Herzlichen  Glückwunsch Rebecca.

Also sitze ich da, verstehe nur wenig und versuche irgendwie mit Händen und Füßen da durch zu kommen, während mir mein Französischlehrer Französisch auf französisch erklärt. Verwirrt? Ja, ich auch.

Wenn ich nach Hause komme, geht es genauso weiter. In meiner Gastfamilie wird französisch gesprochen. Naja gut, meine Gastschwestern sind aus dem Iran (kann ich jetzt auch nicht fließend) und aus der Schweiz. Das ist ein großes Glück, weil ich so wenigstens jemanden habe, der mir ein bisschen was erklären kann von dem, was hier abgeht.

Aber die Stadt ist sehr schön. Und das Wetter auch.