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Wieso sagt einem eigentlich jeder, dass man doch nicht traurig sein soll, von zu Hause weg zu sein?

Was macht Heimweh zu so einer schlechten Sache? Klar, will ich nicht die ganze Zeit traurig sein, aber meiner Meinung nach ist es wichtig, auch negativen Gefühlen ihre Daseinsberechtigung zuzugestehen. Denn fuck ja, mir fehlt mein Zuhause! Mir fehlt meine wunderschöne Wohnung, mir fehlt der dicke Kater und mir fehlt Christian. Isso.

Und ja ich weiß, es war meine Entscheidung hier her zu kommen. Ich tue das für mich, für meine Unabhängigkeit und um neue Erfahrungen zu sammeln, bevor ich der Arbeitswelt beitrete und wieder meinen eigenen Alltag mit all seinen Verpflichtungen lebe. Bestimmt werde ich auf diese Wochen hier eines Tages mit Stolz oder sogar mit Sehnsucht zurückblicken. Außerdem ist es ja nicht für immer.

Heimweh habe ich trotzdem.

Es ist kalt, es regnet und ich bin krank. Das kann einen schon mal wünschen lassen, an einem vertrauten Ort zu sein. Ich dachte immer, dass man Traurigkeit nicht unterdrücken soll, weil es gesund sei, Emotionen auszudrücken. Trotzdem verhält sich hier jeder genau entgegengesetzt.

Seit das Wochenende Sonne und gute Besserung mit sich brachte, ist es auch wieder leichter. Manchmal hat man einfach ein Tief. Und ich schätze das ist auch gut so. Ich führe ein sehr schönes Leben, umgeben von Menschen die mich lieben. Oh und ich habe Kalle, der einfach alles besser macht. Und seit ich weg bin, weiß ich das alles sogar noch viel mehr zu schätzen.

Vielleicht sollte ich es mehr so machen wie der Bär, den ich hier im Zoo gesehen habe. Einfach mal entspannen.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit…

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