Das Einmaleins der Medikamenteneinnahme

Du nimmst deine Medikamente ein? Sehr gut! Aber wusstest du, dass du dabei einiges beachten musst?

(Hinweis: Ich nehme Advagraf (Tacrolimus) als Immunsuppression und meine Erfahrungen müssen deswegen nicht für alle gelten. Bitte immer mit dem Transplantationsklinikum Rücksprache halten, wenn es Fragen oder Unsicherheiten gibt.)

1. Pünktlich.

Ich weiß, man hört es wieder und wieder. Und ja, auch mir fällt das manchmal schwer. Das kann hektisch sein und der Plan, den man am Morgen hatte kommt durcheinander. Aber: Es ist extrem wichtig, denn die pünktliche Einnahme der Medikamente ist die Bestmöglichste Chance so lange wie möglich gesund zu bleiben. Auch ich hatte Zeiten, in denen 20 Medikamente am Tag wie eine Zumutung erschienen, aber im Gegenzug für das, was man bekommt (ein Leben), ist es ein kleines Opfer oder?

Helfen, an die Medis zu denken, kann Folgendes: Zum einen, ganz simpel: Wecker stellen. Ich weiß gar nicht, wie oft meine Mediwecker (egal ob morgens oder abends) in irgendwelchen sozialen Situationen losgegangen sind, wie eine Vorlesung oder im Kino. Ganz ehrlich, passiert. Und lieber so, als meine Medis vergessen.

Wenn ihr auch so lange schlaft wie ich, am Besten die Medis neben den Wecker legen mit einem vollen Glas daneben, damit ihr sie nehmen und danach gleich weiter schlafen könnt. Nur Vorsicht, wenn ihr euch im Schlaf viel bewegt oder ein Haustier habt. Mein Kater trinkt mir nämlich gern mal das Wasser weg. Und wenn ihr danach Probleme habt, wieder einzuschlafen, kann euch ja vielleicht eine schicke Augenbinde helfen. Ansonsten ist es auch okay, eure Einnahmezeit generell nach hinten zu verlegen. Also dass ihr eure Medis statt um sieben Uhr morgens um neun oder zehn nehmt. Das müsst ihr aber unbedingt mit eurer Transplantationsklinik abstimmen.
Generell gilt: Eine halbe Stunde zu früh ist genauso blöd wie eine halbe Stunde zu spät.

Helfen kann eine spätere Einnahmezeit aber zum Beispiel auch, wenn ihr die Spiegel abnehmen lassen sollt, aber es mal wieder länger dauert. Denn der Medikamantenspiegel muss vor der Einnahme gemessen werden! Wenn es nicht anders geht kann man in einer solchen Situation die Medis ausnahmsweise mal etwas später nehmen.

2. Nüchtern oder nicht nüchtern, das ist hier die Frage.

Dazu gibt es keine generelle Antwort, denn es ist abhängig von der Art der Medikamente. Im Zweifelsfall gilt auch hier: Mediziner*in des Vertrauens fragen!
Ich zum Beispiel nehme meine Medikamente zusammen mit einem Glas Saft zum Frühstück. Wenn die Medikamente auf nüchternen Magen genommen werden, am besten nach einem Magenschutz fragen, damit die Magenschleimhaut nicht angegriffen wird.

3. Vorsicht ist geboten!

Auch bei der Einnahme selbst kommt es drauf an: Grapefruitsaft und Immunsuppression vertragen sich nicht. Denn Grapefruit kann den Spiegel von Immunsuppresiva beeinflussen und deshalb sollte auf die Frucht am Besten verzichtet werden. Ist jetzt kein großes Opfer, finde ich.

4. Vitamin D

Generell gilt, dass transplantierte Menschen zu Nachtschattengewächsen werden, denn die Sonne kann uns übel mitspielen. Wir sind durch das geschwächte Immunsystem besonders anfällig für Hautkrebs und das klügste ist es, die Sonne so gut es geht zu meiden. Damit es aber nicht zu Mangeln kommt, wird oft Vitamin D supplementiert. Das ist gleich doppelt praktisch, da nach der Transplantation meist über längere Zeit Kortison verabreicht wird, welches die Knochenstruktur angreift. Um langfristige Schäden auszugleichen wird deswegen ausreichen Calcium und Vitamin D benötigt.

Das wären die wichtigsten Dinge, die ich beim Umgang mit meinen Medikamenten gelernt habe. Habe ich etwas vergessen oder sind Fragen offen? Wie macht ihr das mit euren Medis?
Schreibt mir gern einen Kommentar oder schickt mir eine Nachricht!

Bis dahin,
Rebecca